Wer Friseur-Software vergleicht, vergleicht oft die Marketing-Slides, nicht die Realität. Diese Checkliste deckt fünf Punkte ab, die in keiner Demo angesprochen werden, aber den Unterschied zwischen einer Lösung und einer Belastung ausmachen.
1. Wer behält wem das Geld ein?
Es gibt drei Modelle. Pauschal-Abo ohne Provision. Pauschal-Abo plus Provision auf Online-Zahlungen. Reines Provisionsmodell ohne Grundgebühr. Rechne durch, was bei deinem Online-Anteil günstiger ist. Faustregel: ab etwa 1.500 Euro Online-Umsatz pro Monat lohnt sich ein günstiges Festabo gegenüber einem Provisionsmodell mit 5 bis 7 Prozent.
2. Wem gehört deine Kundenliste?
Frag konkret nach: kann ich meine komplette Kundenliste als CSV oder Excel herunterladen, ohne Support-Ticket? Manche Anbieter machen das absichtlich umständlich, damit du nicht wechselst. Wer das verweigert, ist langfristig ein schlechter Partner. Auch wichtig: was passiert mit deinen Daten, wenn du kündigst? Werden sie sofort gelöscht oder bleiben sie 30 Tage im Reaktivierungsfenster?
3. Wie funktioniert der Buchungslink?
Manche Tools geben dir nur einen Marketplace-Eintrag, andere eine eigene Mikroseite, wieder andere ein Embed-Widget für die eigene Webseite. Optimal ist Variante zwei oder drei. Du willst, dass Suchergebnisse direkt bei dir landen, nicht auf einer Plattform-Seite, wo du um Aufmerksamkeit konkurrierst.
4. Was passiert wenn ein Mitarbeiter geht?
Stylistinnen wechseln. Wenn deine Software das Personal pro Sitzplatz lizenziert (manche tun das), zahlst du auch noch für die Lücke. Achte auf unbegrenzte Mitarbeiter-Konten. Was beim Onboarding klein wirkt, summiert sich nach ein paar Jahren.
5. Sind die Daten in der EU?
DSGVO ist nicht optional. Frag nach: wo liegen die Daten geographisch, gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28, und wer sind die Unterauftragnehmer? Wenn der Anbieter das nicht in zwei Minuten beantworten kann, ist es ein schlechtes Zeichen. Eine seriöse Antwort enthält EU-Hosting, einen vorbereiteten AVV und eine konkrete Liste der Drittanbieter.
Bonus: das Bauchgefühl
Software, mit der du täglich arbeitest, muss sich richtig anfühlen. Wenn du nach 20 Minuten Trial-Test gereizt bist, wird das in einem Jahr nicht besser. Wenn sich was einfach anfühlt, vertrau dem Gefühl. Salon-Inhaber haben für nervige Buttons keine Zeit.
Wechseln ist nie ganz schmerzfrei. Aber wer Jahre lang ein zu teures oder zu komplexes Tool nutzt, bezahlt jeden Monat Aufschlag. Eine ehrliche Checkliste vor dem Vertrag spart dir viel Geld und noch mehr Nerven.



