Alle Beiträge

Recht für selbstständige Salon-Inhaber: was du 2026 wissen musst

Gewerbeanmeldung, Hygienevorschriften, DSGVO, Steuern, Stornopolicy — das rechtliche Grundgerüst für Salons ist überschaubar, wenn man es einmal sortiert hat. Hier kommt die Checkliste.

5. Mai 2026 8 Min.
Recht für selbstständige Salon-Inhaber: was du 2026 wissen musst

Recht ist das Thema, bei dem viele Salon-Inhaber zwischen „mache ich später" und „brauche ich einen Anwalt?" oszillieren. In Wahrheit liegt der gesunde Mittelweg dazwischen: einmal die Grundlagen sauber aufsetzen, dann jährlich auf Aktualität prüfen. Kein Anwalt nötig für 90 Prozent der Standard-Fälle.

Vor dem ersten Kunden

Gewerbeanmeldung

Bei deiner örtlichen Gemeinde, kostet 20 bis 65 Euro. Sofort nach Anmeldung erhältst du eine Steuernummer vom Finanzamt. Wer das mehr als sechs Monate aufschiebt, riskiert Bußgelder. Pro-Tipp: gleich „Friseur" oder „Beauty" als Tätigkeit eintragen, nicht „Dienstleistungen aller Art" — Letzteres macht spätere Klassifizierung bei Behörden komplizierter.

Handwerkskammer-Eintragung (Friseure)

Friseur ist zulassungspflichtiges Handwerk. Du brauchst entweder einen Meisterbrief oder eine sogenannte Ausübungsberechtigung. Barber-Shops können oft als „Bartpflege" laufen, was zulassungsfrei ist — das hängt aber stark vom Bundesland ab. Im Zweifel bei der lokalen Handwerkskammer anrufen, kostet nichts, klärt aber zuverlässig.

Hygiene-Konzept

Die Hygiene-Verordnung verlangt ein schriftliches Konzept, das du dem Gesundheitsamt auf Verlangen vorlegen können musst. Inhalt: Desinfektions-Protokolle, Geräte-Aufbereitung, Mitarbeiter-Schulungen. Mustertexte gibt es bei der Innung kostenlos.

Im laufenden Betrieb

DSGVO und Kundendaten

Drei Pflichten: (1) Datenschutzerklärung auf der Webseite — auch wenn die Seite nur ein Buchungs-Widget ist. (2) Einwilligung bei Marketing-Mails (Reminder-Mails ohne Werbung sind erlaubt). (3) Recht auf Löschung umsetzen können — Kunde fragt nach Löschung, du musst innerhalb von 30 Tagen reagieren. Pro-Tipp: nutze Software, die DSGVO-Export und Löschung mit einem Klick anbietet, dann ist diese Pflicht trivial.

Auftragsverarbeitungs-Vertrag (AVV)

Mit jedem Dienstleister, der für dich Kundendaten verarbeitet (Buchungs-Software, Mail-Versender, Buchhaltungs-Tool), brauchst du einen AVV nach Art. 28 DSGVO. Klingt kompliziert, ist in der Praxis ein einseitiges PDF, das beide Seiten unterschreiben. Seriöse Anbieter stellen den vorab bereit, du musst nicht selbst formulieren.

Stornopolicy klar kommunizieren

Rechtlich kannst du eine Stornogebühr verlangen, wenn der Kunde sie vor der Buchung kennt. Das heißt: deine Policy muss auf der Buchungsseite sichtbar sein, idealerweise in der Bestätigungs-Mail wiederholt. Übliche Regel: 24 Stunden vorher kostenlos, danach 50 Prozent, am Termin-Tag 100 Prozent. Wirklich einklagen wirst du in 99 Prozent der Fälle nicht — aber die Klausel allein senkt No-Shows.

Kassensicherungsverordnung

Seit 2020 müssen elektronische Kassen eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) haben. Wer per Hand Bons schreibt oder ausschließlich auf Rechnung arbeitet, ist davon nicht betroffen — solange jeder Umsatz nachvollziehbar dokumentiert ist. Cloud-Kassen wie SumUp One, Tillhub oder helloCash haben die TSE eingebaut, das ist der einfachste Weg, compliant zu bleiben.

Steuern (Kurzfassung)

Kleinunternehmer-Regelung: bis 22.000 Euro Vorjahres-Umsatz musst du keine Umsatzsteuer ausweisen. Sobald du drüber bist, kommen 19 Prozent USt. auf jede Rechnung dazu. Einkommensteuer machst du jährlich, am besten mit einem Steuerberater im ersten Jahr — der findet typischerweise mehr Absetzbares als seine Kosten ausmachen.

Disclaimer: dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Für individuelle Fragen — etwa Franchise-Modelle, Schein-Selbstständigkeit bei freien Mitarbeitern, internationale Mitarbeiter — solltest du tatsächlich einen Anwalt oder Steuerberater fragen. Für die hier beschriebenen Standard-Fälle kommst du aber sehr weit, ohne extra Beratung zu bezahlen.


Lust auf einen leiseren Salon-Alltag?

Konto in 2 Minuten erstellen, sofort startklar.

Verwandte Beiträge